Nimbus setzt auf neue Vertriebs-Weiterbildung

29 Juni 2017

Architekten sollten technisch kreativ überzeugt werden

Twitterei: Sven Horsmann   |   Fotos: Nimbus, luxlumina

Am 28. Mai, 8:30: Gleich geht das Praxisseminar extra für Vertriebler bei nimbus los. Ob jemand weiss, dass ich aus der Presselandschaft mich zwischen die Vertriebler mische? Hoffe nicht. Will es ja authentisch mitverfolgen. Bin gespannt, welches Programm auf uns wartet. 8:35: Freundliche Begrüssung mit Kaffee und Softdrinks. Einige kennen sich. Die Vertriebsteams aus Österreich, Deutschland und der Schweiz sind gekommen, um das Seminar zu hören. Es wäre bitter nötig gewesen, hört man zwischen den Zeilen, nach zwei Jahren Pause. Nun ist die nimbus Academy wieder erwacht. Kleine Gruppen werden eingeteilt, damit es intensiver werden kann und jeder die Chance auf Aktion hat. 9:00: Weisser Raum mit Seminarstühlen bestückt. Der Beamer wirft Charts an die Wand. Wir alle hören den Ausführungen des Nimbus-Technikleiters für Forschung gespannt zu. Grün sei dass effizienteste Licht im Farbspektrum. Die Natur wisse es und schaltet deshalb auf grün. Wir sind tief in der Physik gelandet. Der Aufbau einer Leuchtdiode wird uns mit ausgefeilten Charts verständlich gemacht. Dann geht es um das blaue Licht der LED und wie tunable-white oder auf neudeutsch warm-dimming funktioniert. Von Human-Centric-Light (HCL) sei man eher noch nicht überzeugt. Das der Wechselstrom von 230 Volt durch den teureren Konstant-Strom-Konverter auf 24 Volt umgewandelt werden müsse, sei heute wichtig, dem Kunden zu erklären und bei Nimbus ein Standard-Produkt. Ein impulsiver aber netter Hauptfrager wagt sich vor: „Wie erklären wir Temperatur bei den LED-Produkten?“ Bei Nimbus gäbe es im Prinzip keine Temperaturprobleme mehr, so der leitende Ingenieur, da sich die Platinen durch die LED-Chips nur bis 55 Grad erhitzen. 10:00: Schon? Nächste Station Frühstück. Ein Mann, der scheinbar starke PS-Fahrzeuge mag, sitzt neben mir. Uups, der Chef persönlich. Dipl. Ing. Dietrich F. Brennenstuhl, Inhaber und Morgenmacher von Nimbus begrüsst alle sehr freundlich und beantwortet Fragen im ruhigen Ton. Auch für ihn gelte, Weiterbildung sei für Nimbus sehr wichtig geworden. Kunden möchten heute vertrauensvoll und sinnvoll beraten werden. Und die LEDs in den dekorativen Leuchten wie auch in den Projektgeschäften seien schliesslich höchst erklärungsbedürftig. 10:30 Es geht um die Farbe der CIE-Normfarbtafel und welche Bins (englisch: Behälter) Nimbus aus der Black-Body-Curve jeweils auswählt. Bins garantieren einheitliche Lichtfarben, zum Beispiel 2.700 Kelvin für warmweisses Licht. Die Gruppe schaut gespannt auf den Monitor. Werden die gewünschten Bins nicht geliefert, geht die Ware zurück. 11:30 Die Gruppe steht mitten in der Produktion und soll den Kopf einer Q36 LED zusammenbauen. Ich baue zu schnell und verkehrt herum. Blaues Kabel sei Plus. Der stellvertretende Betriebsleiter von Nimbus, Werner Walker, hilft und ich sehe es in seinen Augen, er wird mich für diese Unhandlichkeit nie in sein Produktions-

team einstellen, was aber ok ist. 12:30 Mittagessen. Zeit für Mails, Telefon? Nein. 13:00 Es geht forsch weiter mit Installationstechnik der Leuchten direkt in die aufgebauten Simulations-Wände. Unsere Gruppe gewinnt die Aufgabe und darf sich einen Porsche wünschen, was ja nahe liegt in Stuttgart. - Es bleibt beim Wünschen. 14:30 Beleuchtungsplanung für ein Büro steht an. Wie viele und welche Leuchten setze ich ein? Ich soll die Leuchtenanzahl berechnen, Lux mal Quadratmeter, dann durch Lumen der ausgewählten Leuchte teilen. Voilà, neun Stück. Andere Seminarteilnehmer messen die Lichtstärke des Raums mit der vorhandenen Beleuchtung aus. Gruppe mit weissem T-Shirt haben andere Ergebnisse als die mit schwarzem T-Shirt. Gebrummel darüber. Messfühler wird neu diesmal mit Abstand justiert. Jetzt passt es. 15:30 Theorie und Praxis scheint aufgegangen zu sein in der Abschlussbesprechung. Der Vertriebs-Workshop ist zu Ende. Die Lust zu Lernen hat gerade erst richtig eingesetzt, so das Fazit bei den meisten externen Nimbus-Vertriebsmitarbeitern.

 

Fazit:
Um die Produkte 1:1 kennenzulernen, ist eine direkte Vor-Ort-Schulung sinnvoll für Vertriebler. Es kann so noch intensiver und enger an die vielen Fragen anknüpfen und Antworten geben, die im Verkauf existieren. Auch die Ansätze, inhaltlichen Bezüge und praktischen Anteile zur Lichtplanung und zum Lichtdesign selber sind da sehr sinnvoll. Dadurch wird Licht auf der Metaebene klarer und der Beruf des Lichtdesigners bzw. -planers besser sicht- und hörbar. Es gibt ja reichlich Akademien von grossen Lichtherstellern in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Aber jeder macht es anders. Nimbus präsentierte einen handfesten, klar strukturierten und sportlichen Klein-Gruppen Parcours, bei dem es nicht langweilig wurde. Hinzu kommt die partnerschaftlich-teamorientierte Firmenkultur, die überall zu spüren war und vom Firmenchef vorgelebt wird.