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Gymnasium mit Licht von Lichtwerk

17 Juni 2019

Erweiterung Maria-Ward-Schulen, Bamberg

Licht und Architektur für die Bildung

Autor: Claus Raab, Leiter Lichtplanung Lichtwerk GmbH

Redaktion: Thea Lenning

 

In der Bamberger Altstadt haben Peck.Daam Architekten die Maria-Ward-Schulen, ein Gymnasium und eine Realschule für insgesamt 1.200 Schülerinnen, erweitert. Für den Neubau hatte das Erzbistum Bamberg 2011 einen Wettbewerb ausgelobt. Die Auseinandersetzung mit dem historischen Baubestand – die Bamberger Altstadt ist als Weltkulturerbe klassifiziert – hatte dabei oberste Priorität.

Der Erweiterungsbau
"Der Entwurf von Peck und Daam überzeugte durch seine kompakte Form und Wirtschaftlichkeit", sagt Diözesanarchitekt Karl-Heinz Rott-mann aus der Bauabteilung des Erzbischöflichen Ordinariats. Der Neu-bau wurde angesichts der beengten räumlichen Verhältnisse als zu-rückhaltender Baukörper geplant. In dem nach dreijähriger Bauzeit fertiggestellten Erweiterungsbau sind neun helle und modern ausge-stattete Klassenzimmer, der Kunstbereich, eine Aula und eine Doppel-turnhalle untergebracht. Die Entscheidung der Architekten, die Dop-pelsporthalle in das zweite Untergeschoss zu verlegen, trägt zu einer gelungenen Einbindung in den städtebaulichen Kontext wesentlich bei.

Modernste Ausstattung
Im Inneren wechseln Sichtbetonwände, die mit sägerauen Brettern geschalt wurden, mit großflächigen Eichenfurnieren ab. Im gesamten Gebäude sind an den Decken und Wänden absorbierende Elemente zur Verbesserung der Raumakustik eingebaut. Auch die technische Aus-stattung ist auf dem neuesten Stand: In den Klassenzimmern gibt es beispielsweise große Bildschirme mit Touchscreens, die mit dem Inter-net verbunden sind und neue Möglichkeiten der Visualisierung und des Medieneinsatzes im Unterricht bieten.

Das beauftragte Elektroplanungsbüro IBF Ingenieurbüro Förner reali-sierte in Zusammenarbeit mit Lichtwerk ein auf die Architektur abge-stimmtes Beleuchtungskonzept, das individuell auf jeden Raum und seine spezifischen Anforderungen zugeschnitten ist. Als moderne Ta-felbeleuchtung wurde die LED-Wallwasher-Serie „micro“ von Licht-werk installiert. Der Wandfluter ist extrem klein und leistungsstark und daher vielseitig einsetzbar. Dank Fresnel-Linse ermöglicht die Leuchte ein geschlossenes Design bei gleichzeitig asymmetrischer Lichtwirkung. Ihr kubisches Erscheinungsbild fügt sich gut in die Raumarchitektur ein und das geschlossene Gehäuse macht sie unempfindlich gegen Staub und Schmutz. Darüber hinaus eignet sich die micro für die Mon-tage als Einbau-, Anbau- und Pendelvariante. So wurde beispielsweise die Anbauleuchten-Variante micro AFA auch im Flur im Untergeschoss zur Voutenbeleuchtung eingesetzt. Ihre Abstrahlung gewährleistet eine homogene Lichtwirkung an der Wand bei größtmöglicher Effizienz.

Lichttechnisches Highlight mit Tunable White-Technik: die AulaFür den großen Auftritt in der Aula mit ihren Wandverkleidungen aus warmen Eichenholz und Deckenverkleidungen aus weiß pigmentierter Tanne sorgen die LED-Einbauleuchten „lopia Q 625-EG“ von Lichtwerk.

Die Flächenleuchte (Kantenlänge 622 mm, wahlweise auch rund) er-zielt mit Tunable-White-Technik die perfekte Lichtstimmung - ein lichttechnisches Highlight. Die Einbauleuchten sind mit hochwertigen LEDs ausgestattet und in der Lage, über eine Steuerung ihre Lichtfarbe zwischen 3.000 und 6.500 Kelvin zu verändern – von Warmweiß über Neutral- bis zu Kaltweiß. Sie bieten so die Möglichkeit, je nach Veran-staltung und Tageszeit mit der Lichtfarbe auf unterschiedliche Anfor-derungen zu reagieren. Dadurch sind eine hohe Farbwiedergabequali-tät und ein hoher Lichtkomfort garantiert.

In verkleinerter Bauform wurde die lopia Q auch in den Fluren und Umkleiden eingesetzt – hier als lopia Q 330-EG. Die Leuchtenfamilie verbindet diese Bereiche durch das einheitliche Erscheinungsbild und trägt mit ihrer homogenen Ausleuchtung wesentlich zur harmonischen Gestaltung der Raumatmosphäre bei.

Lichtkanäle inszenieren die Raumarchitektur
Die Beleuchtung durch integrierte Lichtkanäle war eine entscheidende Voraussetzung, um die Wirkung des Sichtbetons so wenig wie möglich durch Lichtinstallationen zu beeinträchtigen. Das gab den Ausschlag dafür, das Treppenhaus u.a. durch einen integrierten Lichtkanal „fino“ zu beleuchten. Eine Variante der minimalistischen fino wurde dafür in abgestimmten Längen gefertigt.

Für die Lichtkanäle sprach nicht zuletzt die bauliche Anforderung, eine Belastung der abgehängten Decke durch Einbauleuchten zu vermei-den. Dies ließ sich durch die Lichtkanäle „grande“ und „fino“ von Lichtwerk problemlos realisieren, da sie standardmäßig die Möglichkeit der Abhängung mit Stahlseilen zur Rohdecke boten.

Geradliniges Lichtdesign in den Klassenräumen
Die durchgängige Optik setzt sich bis in die Klassenräume fort, die mit abgependelten „cubus“-Leuchten und den Einbauleuchten „grande“ ausgestattet wurden – und die einen einheitlichen Diffusor mit Microprismatik erhielten. Der Lichtkanal grande bietet außerdem den Vorteil einer integrierten „Ausdehnungskorrektureinheit“. Während durch Wärmeausdehnung im Lichtbandbereich zwischen den Diffuso-ren normalerweise Spalten mit Lichtaustritt bzw. Eingangsöffnungen für Verschmutzung und Insekten entstehen, lassen sich diese durch die Korrektureinheiten an beiden Enden minimieren, da über einen Federspannmechanismus eine Rückstellung der Diffusoren erfolgt.

 

 

BAUDATEN
Bauherr: Erzbistum Bamberg

Architekt: PECK.DAAM Architekten GmbH, München

Bauleitung: Architektur Büro Dietz, Bamberg

Elektroplanungsbüro: IBF Ingenieurbüro Förner, Drosendorf

Elektroinstallateur: Elektro Kramer, Burgebrach

Beleuchtung: Lichtwerk GmbH, Königsberg