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mawa design: Zwischen Bauhaus und Organic

21 November 2019

mawa design: Zwischen Bauhaus und Organic

Wie geht’s weiter mit Bauhaus-Leuchten nach 100 Jahren? Bei mawa wurden wir äusserst fündig. Die „Berliner Brat- pfanne“ feiert 60-jähriges Jubiläum und wird als limitierte mawa-Edition neu aufgelegt. Die Stehleuchte wurde 1959 von Fridtjof F. Schliephacke entworfen.

mawa design wurde 1977 von Martin Wallroth
in Berlin-Kreuzberg gegründet.

Interview mit Martin Wallroth - mawa’s Gründer und Geschäftsführer über die Rolle des Bauhauses bei der Leuchtenentwicklung.

Was ist das Faszinierende an Bauhaus-Leuchten?

Martin Wallroth: Der Spannungsbogen Bauhaus versus Organic hat mich immer schon fasziniert. Zwischen diesen beiden Strömungen fühlen wir uns als mawa verortet ten­denziell näher beim Strich und Kreis. Unsere Stehleuchte “schliephacke”, nach dem gleichnamigen Designer Fridtjof Schliephacke benannt, entspringt der analogen Zeichen­ sprache – Strich und Kreis. Mit einem auffällig runden Schirm, ist sie schlicht und elegant zugleich, mit nur so vielen Details wie notwendig. Sie wurde 1959 in den Nachkriegsjahren entworfen und ist dabei eindeutig vom Bauhaus inspiriert. Je nach Aneignung dieser Leuchte kann sie Gebrauchs­ wie Kunstobjekt werden, z. B. als abstrakt­figürliches Wächter­ Paar links und rechts eines Eingangs. mawa hat einige Leuchten, im speziellen 50er­Nachkriegsdesign, wieder entdeckt und neu aufgelegt. Die Gestalter standen dem Bauhaus nahe und deren Suchen und Forschen ist natürlich auch eine Auseinandersetzung mit dessen Themen.

Kann der Bauhaus-Zeitgeist in eine heutige
Leuchte übersetzt werden?

Martin Wallroth: Ich denke ja, schauen Sie, was aus dieser Zeit noch oder wieder produziert wird und vor allem wie Bauhaus bis heute inspiriert. Sie müssen natürlich technisch weiter denken, schliesslich fordert das die EU durch den EEI Energieeffizienzindex.

Wie geht mawa mit dem Thema um?
Ist Bauhaus nur Inspiration oder Weitergedachtes?

Martin Wallroth: Eine von mir entworfene Tischleuchte ent­ stand als Hommage an die berühmte Bauhaus­Leuchte – Wil­ helm Wagenfelds gedrehte Teekanne auf Carl Jakob Juckers Leuchtenfuss aus Glas. Anspielung und Eigenständigkeit halten sich die Waage. Mehr Bauhaus geht doch nicht, oder?

Auch unserem Kerngeschäft – den technischen Leuchten­systemen, die mawa produziert – sieht man eine Beeinflus­sung des Bauhauses an. Wir verfolgen nämlich immer ein wichtiges Ziel bei Neuentwicklungen: Nachhaltigkeit, auch im Design – d. h. unsere Produkte müssen durabel sein, gerne auch moderesistent, nach Jahren des Gebrauchs technisch und optisch funktionieren – übertrieben ausgedrückt: auch in Würde altern. Das ist, denke ich, dem Bauhaus nahestehend. mawa-design.de

 

In den Zimmern des Studentenwerks Eichkamp in Berlin-Grunewald sollte diese Leuchte ursprüng- lich für Licht sorgen. Weil in dieser Wohnform die räumlichen Verhältnisse bekanntlich beengt waren, schuf ihr Architekt und Designer Fridtjof Schliep- hacke 1959 eine Form, die wahlweise als Tisch-, Stand- und Bettleuchte einsetzbar ist.