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Flughafen München mit Lichtsegel

Flughafen München: Tageslicht am Terminal 2
und am neuen Satellitenterminal

Thema FLUGHÄFEN, Redaktion luxlumina 8

Grundlegende und integrale Entwurfskriterien beim Bau des Terminals 2 (T2) waren von Anfang an Transparenz, Helligkeit, optimale raumklimatische und akustische Bedingungen. Alle Fluggäste passieren im Terminal 2 die weiträumige, und lichtdurchflutete Check-in-Halle mit seinen Lichtsegeln. Funktionalität und Ästhetik werden durch die klar strukturierte und transparente Raumaufteilung zu einer überzeugenden Synthese geführt.

Die gläserne Halle sowie das Pier erlauben eine optimale Ausnutzung des Tageslichtes. Die Wiedererkennung bzw. Weiterentwicklung der Entwurfskriterien für das Terminal 2 sind eine der Gestaltungsprinzipien des neuen Satelliten. Großzügige, klar strukturierte, lichtdurchflutete Räume, sowie helle Materialien und Farben sorgen auch hier für gute Orientierung.

Im neuen Midfieldterminal, dessen zentrale Halle um den bestehenden Vorfeldtower erstellt wird, prägen ebenfalls Lichtsegel die Dachkonstruktion und nehmen die Prinzipien des T2 auf. Der Vorfeldtower wird individuell beleuchtet. Auch hier bestimmen drei Tageslichtsituationen das Kunstlicht: Bei Sonnenwetter und klarem Himmel schirmen helle Segel direktes Sonnenlicht ab, gleichzeitig reflektieren sie das einfallende Licht an die Unterseiten der geschlossenen Dachflächen. Unterstützung durch Kunstlicht ist nicht erforderlich. Bei trübem und bewölktem Wetter werden Leuchten über den Lichtsegeln dazugeschaltet. Nachts wird daraus ein plastisches Gebilde durch Kombination von kühlerem, indirektem Licht, das gegen die geschlossen Dachflächen strahlt und wärmerem Licht, welches durch die Lichtsegel strahlt. Die Decke wird so erlebbar. Direktes Licht zwischen den Segeln im Bereich der Hauptträger gibt brillantes und gerichtetes Licht nach unten in den dreigeschossigen Bereich der Halle ab. Die Halle ist als Marktplatz das neue Zentrum des Satelliten mit großem Retail- und Gastrobereich. Der Marktplatz schafft Orientierung und ist Treffpunkt für die Passagiere. Die Retailbereiche werden definiert durch leuchtende Portale, die eine Art Schaufenster bilden.

Die beiden Piers mit ihrer ‚Magistrale‘ sind hell und klar strukturiert. Die Grundfarbe weiß fördert das Spiel von Licht und Schatten. Die Piers als lang gestreckte Verkehrs- und Wartezonen erhalten verschiedene Lichtqualitäten: Wartebereiche definiert durch Langfeldleuchten weisen diese Zonen als Ruhebereiche aus. Die Magistrale als Verkehrszone ist mit runden Downlights beleuchtet. Generell definieren Downlights Verkehrszonen.

Eine grosse Bedeutung kommt den PTS-Bahnhöfen als Verkehr-Knotenpunkte zu. Diese Endstationen der Zugverbindung T2 und Satellit sind wichtige eindrucksvolle Abgangsbauwerke. Lange Rolltreppen und große Fensterflächen schaffen einzigartige Räume und Ausblicke, die zusätzlich über Handlauf-LED-Lichtlinien und Downlights für direktes Licht in Szene gesetzt werden. Helle Lichtwände beleuchten Tunnels vom PTS-Bahnhof im T2 zur Gepäckausgabe.

Die ökologische Zielvorgabe für den Satelliten beinhaltet die Reduktion des Endenergieverbrauchs um ca. 40 %, und die daraus resultierenden CO2-Emissionen, u.a. auch durch Verwendung von LED-Beleuchtung. Architektur, Baukonstruktion und Gebäudetechnik werden daher so aufeinander abgestimmt, dass ein möglichst niedriger Energiebedarf für Wärme, Kälte und Elektrizität in Aussicht gestellt wird.

 

 

FOTOS (v.l.n.r.)
01 Lichtdurchflutete Halle am Abend (Foto: Stefan Müller-Naumann, München)

02 Visualisierung der zentralen Halle des Satelliten mit dem Vorfeldtower. Fertigstellung voraussichtlich 2015

03 Terminalhalle Lichtstreuende Deckensegel (Fotos: Stefan Müller-

Naumann, München)

04 Lichtsegel mit zugeschaltetem Licht in Dämmerung (Foto: Karsten de Riese, Bairawies)

 

PROJEKTDATEN: Architekten & Lichtplaner

K+P Architekten und Stadtplaner GmbH

Koch·Voigt·Zschornack, München

Lichtplaner am T2: Ulirke Brandi Licht, Hamburg und PRO

Elektroplan, Ottobrunn

Lichtplaner am Satellit: PRO Elektroplan, Ottobrunn